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ÖSTERREICHISCHE ORIENTTEPPICHFIBEL

Impressum
2. Auflage, Mai 2002
Bundesgremium des Handels mit Möbel,
Waren der Raumausstattung und
Tapeten (Einrichtungsfachhandel)
© Johannes Reinthaler

INHALTSVERZEICHNIS
 
Grundsätzliches
Geschichtlicher Abriss
Die Bezeichnungen
Erkennungsmerkmale
Die Herstellung
Materialien
Farben und Färben
Alter und Datierung
Worauf man achten sollte
Die Teppichpflege
Bewertungskriterien
Preisfestlegung
Wertfindung für alte und antike Teppiche
Händlerzertifikat
Gutachten
Informationsliste über Richtwerte
Standesregeln
 

Die Teppichpflege

Was seine Pflege betrifft, ist der Orientteppich im Grunde genommen anspruchslos und genügsam. Daß dennoch einige Hinweise beachtet werden sollten, ist in erster Linie der stärkeren Beanspruchung des Teppich in unseren Breiten zuzuschreiben. Das häufige Begehen schadet dem Teppich kaum, kann jedoch dann verheerend wirken, wenn der Teppich von Staub und – viel schlimmer – von Sand durchdrungen ist. Denn der Sand wirkt wie Schmirgelpapier auf die Struktur des Teppichs ein, bis dieser förmlich zerfällt.

Folgendes ist zu beachten:
• Teppiche ein- bis zweimal die Woche mit einem normalen Staubsauger in Strichrichtung und ohne Bürste saugen.
• Ein- bis zweimal pro Jahr sollte auch die Rückseite gesaugt werden.
• Man kann den Teppich auch verkehrt auf eine Wiese legen und mit einem Teppichklopfer den Staub herausklopfen. Noch wirkungsvoller ist es, den Teppich – ebenfalls verkehrt – in den trockenen Schnee zu legen, zu klopfen, und anschließend trockenzuwischen. Doch Vorsicht! Der Schnee darf nicht naß und schwer sein, der Teppich würde sonst durchtränkt anstatt gereinigt werden. Außerdem sollte man den Teppich im Freien abkühlen lassen, bevor man ihn in den Schnee legt, denn ein wohnzimmerwarmer Teppich läßt den Schnee schmelzen.
• Das gebräuchliche Klopfen des Teppichs über einer Klopfstange setzt den Teppich unnötigen Spannungen aus und sollte deshalb vermieden werden: Er bekommt Wellen und liegt nicht mehr gut.
• Auch Klopfsauger sind nicht empfehlenswert.

Feuchtigkeit
Anhaltende Feuchtigkeit läßt Teppiche morsch werden. Teppiche, deren Kette aus Schafwolle ist, reagieren mit Wellenbildung.
• Am wohlsten fühlt sich der Teppich in gut belüfteten Räumen.
• Blumentöpfe (auch Übertöpfe) „schwitzen“ und haben daher auf Teppichen nichts verloren.
• Wenn ein Teppich wellt, sollte man ihn spannen lassen, da er sonst ungleichmäßig abgenutzt wird.

Motten
• Wird ein Teppich regelmäßig begangen, dann braucht man keine Angst vor Motten zu haben. Man achte jedoch auf Stellen, die unzugänglich sind, wie zum Beispiel unter einer Kommode oder unter einem Bett. Für Teppiche im Wochenendhaus oder in Räumen, die kaum benützt werden, kann man eine Mottenschutzwäsche (zehn Jahre Garantie) empfehlen.
• Soll der Teppich für längere Zeit verstaut werden, empfiehlt es sich, ihn – immer gegen den Strich – zusammenzurollen (bei besonders festen und steifen Teppichen mit dem Flor nach außen), und in Papier eingewickelt, mit Mottenstreifen oder -kugeln versehen, liegend aufzubewahren. Für eine stehende Aufbewahrung rollt man den Teppich um eine Stange oder um ein Rohr aus Karton und achtet darauf, daß dieses den Teppich stützt und entlastet.

Einseitige Beanspruchung
• Stellenweises Strapazieren des Teppichs durch Bewegen von Möbelstücken und einseitiges Begehen sollte ebenso vermieden werden, wie sehr häufiges Zurechtziehen an einem Eckzipfel.
• Empfehlenswert ist, auch im Hinblick auf die direkte Sonneneinwirkung, den Teppich von Zeit zu Zeit um 180° zu drehen.

Allgemeines
• Alle zehn Jahre sollte man den Teppich von einem Fachmann reinigen lassen.
• Am besten liegt der Orientteppich auf einem glatten Boden. Doch Vorsicht, bei leichten Teppichen besteht Rutschgefahr! Liegt der Orientteppich auf einem Spannteppich, wirft er gerne Wellen und wandert. In jedem Fall schafft hier eine geeignete Unterlage Abhilfe.
• Flecken sollte man sofort mit Wasser und etwas Kernseife beseitigen: den Fleck mit der Seifenlösung behandeln, danach mit klarem Wasser nachwischen und in Strichrichtung bürsten. Vorher vergewissere man sich, ob der Teppich farbecht ist, am besten mit Hilfe eines weißen, feuchten Tuches.
• Die empfindlichsten Stellen des Teppichs sind die Fransen und der Rand (sog. Shirázeh) Hier macht sich die starke Beanspruchung als erstes bemerkbar. Das Einfassen der Seiten und das Abnähen der Fransen ist schnell erledigt und bewahrt den Teppich vor weiteren Schäden und somit vor einer kostspieligen Reparatur.

 
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