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ÖSTERREICHISCHE ORIENTTEPPICHFIBEL

Impressum
2. Auflage, Mai 2002
Bundesgremium des Handels mit Möbel,
Waren der Raumausstattung und
Tapeten (Einrichtungsfachhandel)
© Johannes Reinthaler

INHALTSVERZEICHNIS
 
Grundsätzliches
Geschichtlicher Abriss
Die Bezeichnungen
Erkennungsmerkmale
Die Herstellung
Materialien
Farben und Färben
Alter und Datierung
Worauf man achten sollte
Die Teppichpflege
Bewertungskriterien
Preisfestlegung
Wertfindung für alte und antike Teppiche
Händlerzertifikat
Gutachten
Informationsliste über Richtwerte
Standesregeln
 

Preisfestlegung

Wenn man von Preisen bei Orientteppichen spricht, muß man zu allererst festhalten, daß auf Grund der ungeheuren Arbeitsleistung an einem Orientteppich, dieser für uns reiche Europäer nicht günstig, sondern spottbillig ist. Wenn man diese Länder kennt und weiß, daß ein normales Essen in einem Lokal etwa € 1,- kostet, ein ausgedehnter Inlandflug cirka € 22,- und die Löhne durchschnittlich maximal ein Zehntel eines nicht hochgegriffenen österreichischen Arbeiters oder Angestellten betragen, so ist klar, daß ein im Orient geknüpfter Teppich, der um beispielsweise € 2.200,- angeboten wird, aufgrund der monatelangen Arbeit nach europäischen Arbeitsverhältnissen kaum unter € 15.000,- zu Knüpfen wäre. Und dies ohne Materialaufwand, Zoll- und Transportkosten, Aufschlag und Mehrwertsteuer.

Bei der Preisfestlegung ist wie bei den Bewertungskriterien zwischen den neuen Produktionen und den alten und antiken Stücken zu unterscheiden.

Das Wichtigste bei neuen Produktionen ist
1. die Herkunft
bzw. das Bruttonationalprodukt des Ursprungslandes für die Preisberechnung. Da der Hauptanteil des Preises die Arbeit des Färbens, Spinnens und Knüpfens ist, muß unterschieden werden, ob es sich beispielsweise um einen echten türkischen Seidenhereke handelt, oder um eine Nachknüpfung aus dem wesentlich billigeren China. Ebenso wird der originale Russische Buchara immer wertvoller sein als die Nachknüpfung aus Pakistan.
2. Materialqualität
Einen vor allem für den Benützer wesentlichen Anteil macht die Wollqualität aus. Fettreiche und glänzende Hochlandwolle ist nicht nur teurer und schöner sondern vor allem auch strapazfähiger. Hier sollte nicht am falschen Platz gespart werden.
3. Feinheit,
der Mehraufwand an Arbeit muß bezahlt werden. Jedoch immer unter Berücksichtigung des Ursprungslandes (Punkt 1). Deshalb ist auch eine feinere Nachknüpfung aus einem Drittland weniger wertvoll als das Original aus einem klassischen Ursprungsland.
4. Besondere Merkmale
wie Exaktheit der Verarbeitung, besonders schöne Gestaltung des Teppichs etc.

 
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